Polnisch mit Sahne

17,90  inkl. MwSt

Roman nach einer wahren Begebenheit

Verlag: Verlag Kern GmbH
Autor: Zwengel, Christiane

Beschreibung

Christiane Zwengel wurde 1957 in Mainz am Rhein geboren. Nach ihrer Ausbildung verlässt sie aus Liebeskummer ihre Heimatstadt, um in der Schweiz ein neues Leben zu beginnen. Dort erfüllt sich ihr Schicksal, wie in diesem Roman beschrieben. Heute lebt die Autorin mit ihrem neuen Lebenspartner auf einem kleinen Bauernhof in Rheinhessen und arbeitet an ihrem nächsten Roman.

Christiane geht als junge Krankenschwester in die Schweiz und trifft dort die Liebe ihres Lebens. Der polnische Asylant Bartek macht ihr bereits nach einer Woche einen Heiratsantrag und sie willigt ein. Doch weder die deutsche noch die polnische Familie können diese Verbindung akzeptieren. Das Paar leidet unter der extremen Feindseligkeit der Schweizer und der Ignoranz der Eltern. Selbst dann noch, als zwei Kinder geboren werden und die junge Familie durch enormen Fleiß zu Wohlstand kommt. Während Barteks Aktiengesellschaft in der Schweiz floriert, viel Geld aber in polnische Hände verschwindet, macht sich Christiane Sorgen um ihre Ehe. In seiner Heimat hat Bartek eine Affäre mit einer Russin, die nicht ohne Folgen bleibt. Sein plötzlicher, viel zu früher Tod stürzen Christiane und ihre Kinder in einen Strudel von Intrigen, Drohungen und Angst. Die polnische Verwandtschaft zeigt nun ihr wahres Gesicht. Die Beerdigung findet unter Polizeischutz statt und die Angst nimmt ihren Lauf …

Wahre Begebenheiten hinterlassen beim Leser meist eine bleibende Spur. Noch Jahre Später wird man sich an diese unglaubliche Geschichte erinnern, welche die Autorin glaubhaft, flüssig und spannend erzählt.

Mehr über Christiane Zwengel erfahren Sie unter www.Autorenprofile.de

Leseprobe

Bei diesem Telefongespräch bekam ich den nächsten schweren Schlag unter die Gürtellinie.
Ja, sie werde kommen, aber „Uschi“ käme auch mit und sie wolle alleine mit ihr an Barteks Grab stehen. Ich hätte da nichts mehr zu suchen.
Hallo? Hab ich richtig gehört? Bin ich schon wieder im falschen Film und keiner sagt’s mir? Die „Russen-Uschi“ und meine Schwiegermutter allein am Grab? Geht’s noch?
Und was ist mit meinen beiden Kindern? Sind die etwa nicht von Bartek?
Ich konnte nicht glauben, was ich da hörte. Schon, dass die „Russen-Uschi“ mitkommen wollte, schlug dem Fass den Boden aus. Und auch noch am Grab! Ja, hatte diese Frau denn überhaupt keinen Anstand? Kein Taktgefühl? Keine Achtung vor meinen, Barteks, Kindern?
Ich bettelte meine Schwiegermutter an, diese Frau in Polen zu lassen, das könne man meinen Kindern nicht antun. No Chance. Sie blieb hart.
Ans Grab gehörten sie und die Uschi. Schließlich sei diese Barteks neue Frau gewesen – haste da Töne? Wir waren doch gar nicht geschieden! Oder hatte ich schon wieder was verpasst? – und Mutter seiner Tochter.
Dass ich in den Augen meiner Schwiegermutter nichts wert war, das war mir immer bewusst und belastete mich nicht weiter, aber Michelle und Joanna? Ihre ältesten, leiblichen Enkelkinder? Die waren auch nichts mehr wert?
Ich versuchte ihr nochmals klar zu machen, dass es so gut wie unmöglich sei, dass Bartek tatsächlich der Vater dieses Kindes war, doch das interessierte meine Schwiegermutter so viel wie der sprichwörtliche Sack Reis. Sie blieb weiterhin dabei, mit „Uschi“ kommen zu wollen. Und ich untersagte ihr nochmals, sie mitzubringen. Damit war dieses Gespräch zu Ende. Punkt.

Dass dieses Telefongespräch für ein mittelschweres Erdbeben in Polen sorgte, konnte ich natürlich nicht ahnen.
Michelle und Joanna flippten aus und verbaten sich diesen Besuch auf der Beerdigung. Auch bei uns war somit ein kleiner Vulkanausbruch vorprogrammiert. Ich ertränkte meinen Frust zusammen mit Dorothea in einer Flasche Wein und ging erst mal schlafen.
Am nächsten Morgen rief recht früh Horst Schneider, ein guter Freund von mir, an und ermahnte mich eindringlich, sicherheitshalber umgehend einen Anwalt einzuschalten, damit mit dem Erbe alles offiziell geregelt werden könnte und ich mich nicht mit den Behörden rumärgern müsste. Er hätte auch schon mit einem ihm bekannten Anwalt Kontakt aufgenommen und ich könnte gleich am Montag einen Termin bekommen.
Naja, eigentlich fand ich das nicht nötig, warum auch, es würde sicher alles glatt gehen, aber ich versprach, den Termin wahrzunehmen.
Nachdem meine Nichte Julia eintraf, musste Dorothea auch schon los. Sie wollte aber zur Beerdigung wiederkommen.
Mit Julia besprach ich nochmals das gestrige Telefongespräch mit meiner Schwiegermutter und fragte sie um Rat und ihre Meinung. Auch sie war entsetzt; „Uschi“ gehörte sicher nicht in die erste Reihe am Grab.

Ich beschloss, Barteks Kusine Brigitta, mit der ich mich ja immer gut verstanden hatte, anzurufen, um sie um Hilfe zu bitten. Auch sie war meiner Meinung und versprach, umgehend mit meiner Schwiegermutter zu reden.
So, der nächste Anruf aus Polen brachte mein Gleichgewicht dann weiter zum Wanken. Ein Geschäftsfreund von Bartek beschimpfte mich aufs Übelste und bedrohte mich, sollte ich mich weiter gegen „Uschis“ Teilnahme an der Beerdigung aussprechen, würde ich „mein blaues Wunder erleben und es würde etwas Schlimmes passieren. Zu einer Beerdigung könne kommen, wer will“.
Brigitta rief als nächste an, um mir mitzuteilen, dass meine Schwiegermutter nicht bereit war meinem Wunsch zu entsprechen und „Uschi“ in Polen zu lassen.
Meine Kinder drehten fast durch, ich stand kurz vor der Explosion, wir hatten gerade unseren Mann und Vater verloren, doch das schien niemanden zu interessieren; keiner fragte nach, wie es meinen Kindern ging oder sprach mir sein Beileid aus.

Zusätzliche Information

Autor

Auflage

1.

Erschienen

Februar 2011

Seiten

260

Einbandart

Softcover

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