Hemberger, Patricia


Ich wurde 1966 in Speyer am Rhein geboren. Meine Eltern ließen sich scheiden, als ich noch sehr klein war. Leider hat mein Vater den Kontakt mit mir bis zum heutigen Tag abgelehnt. Ich war ein sehr ruhiges, eher schüchternes Kind und wuchs weitgehend bei meinen Großeltern auf. Der strengen Führung meiner Großmutter habe ich vieles zu verdanken. Meine Kreativität wurde von Anfang an gefördert. Ob klassisches Ballett, Handarbeiten, Kochen, Backen – ich hatte für alles Interesse. Meine Mutter heiratete ein zweites Mal und ich bekam eine Schwester.

Nach meiner Schulzeit habe ich die Ausbildung zur Verwaltungsangestellten abgeschlossen und danach knapp 29 Jahre im öffentlichen Dienst gearbeitet. Als ich 30 Jahre alt war, kam mein Sohn zur Welt. Ich war stolze Mutter und dazu alleinerziehend. Auch mein Sohn musste bis heute auf seinen Vater verzichten.

Schon immer wusste ich, dass ich eines Tages schreiben möchte. Es sollte jedoch noch einige Jahre dauern, bis ein fertiges Manuskript zustande kam. Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen, wie viele Bücher ich angefangen und dann in der Schublade habe verschwinden lassen. Da ich mich in meiner Verwaltung oft ausgebremst fühlte, habe ich im Nebenberuf mein Interesse für Handarbeiten ausgelebt. Dadurch konnte ich mich kreativ entfalten. Ich führte ein kleines Handarbeitsgeschäft, machte eine Ausbildung zur Gästeführerin, fing an für Designer zu arbeiten, entwarf eigene Kreationen für Tanzsportvereine bis hin zu Historischen Kostümen.

Nach einer Erkrankung stellte ich fest, dass ich in meinem Leben etwas ändern muss. Mir fehlte die Wertschätzung meines Arbeitgebers, der mir zwar über Jahrzehnte ein sicheres Einkommen verschaffte, mir aber durch verschiedene Vorfälle zeigte, dass jeder Mensch zu ersetzen ist.

Durch die Unterstützung meines Mannes, den ich 2012 kennenlernte, kehrte ich meinem Beruf den Rücken zu, und ich hörte von Heute auf Morgen auf zu arbeiten.

Ohne einen Plan, ohne staatliche Unterstützung, ohne Kapital und nur mit meinen Ideen bepackt, wollte ich durchstarten. Nach einer Welle des Entsetzens mancher mir nahestehender Menschen, begann ich all meine Fähigkeiten zu bündeln, gab Kurse für Handarbeiten, gründete Strickkreise, arbeitete mit Patienten in Kliniken, fing als Lehrbeauftragte in Schulen an.

Seit 2012 habe ich mein Leben neu aufgestellt. Ich bin nur noch dort tätig, wo mir Menschen mit Respekt und Achtung begegnen. Mein kleiner Ein-Frau-Betrieb hat sich in der Zwischenzeit eingeführt. Selbst und ständig ist mein Motto, aber dafür bin ich mein eigener Chef. Mein Hobby „Handarbeit“ wurde zu meinem neuen Beruf, der mir Zeit lässt zum Schreiben. Ich bin der Meinung, dass man die Dinge, die man sich von Herzen wünscht auch umsetzen kann. Wichtig ist nur, dass man an sich glaubt und sich von niemand entmutigen lässt.

Ich freue mich, wenn meine Erzählung den Leserinnen und Lesern gefällt.

Dank all den lieben Menschen in meiner Nähe, die mir Mut zugesprochen haben, mir ehrlich ihre Meinung gesagt haben und auf die ich mich immer verlassen kann.

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